Aus der positiven Psychologie lernen wir seit Jahren, dass es einfacher ist, seine Stärken auszubauen als an seinen Schwächen zu arbeiten. Viel einfacher. Und dennoch wird in vielen Feedback-Gesprächen den sogenannten Entwicklungspotenzialen mehr Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet, als den wunderbaren Stärken. Das ist nicht nur emotional sehr schade, sondern auch für die Motivation nicht hilfreich.

Der #workhack “Stärken stärken” eignet sich für Teams bis 12 Personen. Das Team wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe benennt fünf Stärken pro Person der anderen Gruppe und hält diese auf einem Flipchart fest. Die Stärken werden anonym, also ohne personelle Zuordnung der fünf Stärken aufgeschrieben. Sind beide Team-Hälften damit fertig, werden die Flipcharts zwischen den Gruppen ausgetauscht. Die Aufgabe für jede Gruppe ist nun, zu erraten, welche von der anderen Gruppe aufgeschriebenen Stärken welcher Person der eigenen Gruppe zugeordnet sind. Dann lüften die Gruppen das Geheimnis und geben preis, wie viele Treffer die andere Gruppe verzeichnen konnte. Jede Stärke wird daraufhin mit einem konkreten Beispiel kurz vorgestellt.

Nun folgt der wichtige zweite Teil des #workhack: im Team oder in der Abteilung wird ein (analoges oder digitales) Board mit Aufgaben installiert, die einzelne Teammitglieder gern abgeben möchten, weil sie nicht zu den Stärken desjenigen gehören. Wenn sich jemand berufen fühlt, diese Aufgabe zu übernehmen, tauschen sich die Beteiligten untereinander darüber aus.

In der wöchentlich stattfindenden Team-Sitzung wird daraufhin besprochen, ob Aufgaben verteilt wurden und wie gut das funktioniert. Wenn niemand eine ans Board gepinnte Aufgabe übernehmen möchte, verbleibt sie beim ursprünglichen Inhaber. Das Board führt nach und nach zu einer stärkenorientierten Aufgabenverteilung.

Die Stärkenbeschreibung zu Beginn ist ein guter Kick-Off für diesen #workhack, aber die aufgeschriebenen Stärken sind nicht weiter relevant für das Board.

Hilft bei:

  • dem Schaffen von Engagement und Motivation
  • dem Auftun neuer Möglichkeiten von Problemlösungen
  • der Freisetzung von Energie und der Reduzierung subjektiven Stresses
  • der Erhöhung der Arbeitsleistung (individuell sowie auf Team-Ebene)
  • der Steigerung der Sinnhaftigkeit der Arbeit
  • insgesamt dem Wohlbefinden der Mitarbeiter

Zu beachten:

  • niemanden zwingen, eine Aufgabe zu übernehmen, nur weil sie seiner Stärke entspricht
  • manchmal haben wir Stärken in einem Bereich, der uns keine Energie verschafft
  • keine verdeckte Kritik bei der Stärkenbeschreibung: „Du bist immer so lustig“ kann eine Stärke sein, aber darin kann auch die versteckte Kritik stecken, dass diese Person nichts ernst nimmt
  • für die Stärkenbeschreibung nur „echte“ und ernst gemeinte Stärken nehmen
  • der Stärkenfokus bedeutet nicht, dass Schwächen komplett ignoriert werden

Hilfsmittel:

Flipchart-Papier, Whiteboard oder ähnliches