Die meisten Menschen sehnen sich nach Feedback. Feedback gleicht unser Selbstbild mit unserem Fremdbild ab und kann uns überzeugen, dass wir etwas richtig gut können oder uns aufzeigen, wie wir etwas besser machen können. Viele Menschen ärgern sich darüber, dass sie zu wenig Wertschätzung von ihrem Chef erfahren. Aber halt, warum eigentlich immer der Chef? Die Kollegen wissen doch auch ganz gut, welche guten Seiten man hat und was man verbessern könnte. Von Kollegen gegebenes Feedback ist zudem weniger strategisch, wirkt also authentischer und kommt in keine Personalakte.

Deshalb gibt es die Feedback-Karte. Die Feedback-Karte ist eine physische Karte, die einmal im Quartal an zwei Personen der eigenen Wahl gegeben wird. Damit verbunden ist die Bitte um Feedback. Die andere Person, der Feedback-Geber, erhält also eine Karte und schreibt in den nächsten Tagen einige Stichpunkte auf die Karte. Danach wird ein gemeinsamer Termin organisiert und das Feedback besprochen. Das kann auch in einem informellen Rahmen wie z.B. bei einem Mittagessen stattfinden.

Auf der Feedback-Karte stehen Regeln für den Feedback-Geber und den Feedback-Nehmer, die das Team im Vorfeld selbst entwickelt. Die Vergabe und auch das Befüllen der Karte sind freiwillig – niemand muss Feedback wollen oder verteilen.

Hilft bei:

  • dem Wunsch, auch mal von jemand anderem als dem Chef Feedback zu erhalten
  • Teams, die sich gut kennen, aber scheuen, Kritik zu äußern
  • einer eingeschlichenen Kultur, eher übereinander als miteinander zu reden
  • Team-Mitgliedern, die richtig Lust haben, sich zu entwickeln

Zu beachten:

Den Rhythmus der Feedback-Karte gemeinsam mit dem Team besprechen
Die Karte gemeinsam entwickeln
Klare Zeitfenster für alle geben, wann die Feedback-Karte verteilt werden soll und den Termin im Kalender für alle sichtbar eintragen. Das ist keine Einzelaktion.
Akzeptieren, wenn jemand ablehnt, Feedback zu wollen oder zu geben. Erzwungenes Feedback ist meist nutzlos.

Hilfsmittel:

keine Hilfsmittel nötig