Unabhängig davon, was ein Team inhaltlich tut, hat die Qualität der Zusammenarbeit selber maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnisse von Teams und Abteilungen. Um wieviel wichtiger die Fähigkeit zum „Zusammenklang“ gegenüber Einzelkompetenzen ist, wurde in vielen Studien immer wieder bestätigt. Abgesehen von diesem Effizienzfaktor wollen wir Menschen aber einfach auch echte Verbindungen zu anderen Menschen spüren. Das ist ein archaisches menschliches Bedürfnis. Echte Verbindungen entstehen aber nicht einfach so. Wir etwas dafür tun. Die Sozialforschung zeigt, dass es umso leichter ist, beständige und tiefe Verbindungen einzugehen, wenn wir uns verwundbar zeigen. Genau davor aber haben viele Menschen im Berufsumfeld Angst. Sie fürchten, als weniger kompetent oder belastbar zu gelten, wenn sie sich verwundbar zeigen. Interessanterweise gilt aber für Teams die umgekehrte Logik: sich verletzlich zeigende Teammitglieder machen das Team selber robuster!

Biography Sharing ist ein Format, bei dem man sich im Team die jeweilige Biografie in Ultrakurzform erzählt. Es hat einen klaren Rahmen und klare Fragestellungen. Jedes Team-Mitglied ist mal dran und spricht ca. 20 Minuten (je nach Größe des Teams) und beantwortet dabei folgende Fragen:

  • Woher komme ich? (geografisch, zeitlich, kulturell, familiär, …)
  • Was hat mich geprägt? (Orte, Persönlichkeiten, Geschichte, Ereignisse, …)
  • Woran bin ich gescheitert?
  • Worauf bin ich stolz?
  • Was solltest du über mich wissen, um gut mit mir zusammenzuarbeiten?

Hilft bei:

  • bei Ausgrenzungen und Vorurteilen in Teams
  • wenn das Team in eingefahrenen Strukturen steckt
  • wenn ein Team neu gegründet wurde
  • wenn im Team oft „unerklärliche“ Konflikte ausbrechen

Zu beachten:

  • Die erste Person, die spricht, setzt den Ton. Es ist also wichtig, dass der Erste in der Runde mit größtmöglicher Offenheit und Ehrlichkeit startet.
  • Das Format braucht Ruhe und sollte nicht vom Tagesgeschäft unterbrochen werden.
  • Timeboxing hilft, dass allen die gleiche Redezeit gewährt wird.
  • Freiwilligkeit ist wichtig! Niemand muss alle Fragen beantworten.
  • Es muss klar sein und deshalb vorher ausdrücklich besprochen werden, dass nichts von dem nach außen dringt, was innerhalb des Kreises zur Sprache kommt.

Hilfsmittel:

  • Ein Team-Tag, so dass das Teilen der Biografie nicht durch dienstliche Zwischenrufe unterbrochen wird.
  • Durch die Wahl eines Ortes außerhalb der Büroräume kann man leichter für eine warme und entspannte Atmosphäre sorgen.